Paintball FAQ (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Paintball)

 

Woher kommt der Name Paintball?

 

Paintball bekommt seinen Namen durch die verwendete Farbmunition, die aus mit Lebensmittelfarbe gefüllten Gelatinekugeln des Kalibers .68 (0,68 Inch Durchmesser, d. h. 17,3 mm) besteht, die durch den Gasdruck einer CO2- oder Luftdruckflasche mit dem Markierer verschossen werden. Vor allem in Nordamerika ist Paintball verbreitet. In Deutschland sind Paintball-Markierer, die das F-Zeichen (ein F im Fünfeck) tragen müssen, ab 18 Jahren frei verkäuflich.

 

Paintball verbreitet sich zunehmend auch sehr stark in Europa. So gibt es eine europäische Meisterschaft, die Millennium Series. In Deutschland gibt es derzeit verschiedene Ligen, mit einem gekoppelten Abstiegssystem; z. B. die 1. und 2. Bundesliga, sowie die Regionalligen (DPL) oder diverse Nachwuchsligen wie z. B. die Deutsche Nachwuchs Liga (DNL). In den Vereinigte Staaten wird Paintball wie Basketball und Baseball im Fernsehen ausgestrahlt.

 

Inhaltsverzeichnis

Spielarten

Schutzmaske

Weitere Schutzausrüstung

Markierer

Hopper

Spielvarianten

Begrifflichkeit und Entwicklung zum Sport

Rechtliche Situation

Spieler

Kritik

 

  1. Spielarten

Recreational Paintball (Abk. RecBall, dt. Freizeit-Paintball) ist der Überbegriff für jedes Paintball-Spiel bei dem man nicht um Geld spielt. RecBall enthält viele verschiedene Spielarten so z. B. Big Games und Scenarios. Es gibt eine Vielzahl an Variationen von RecBall-Spielfeldern. So wird sowohl im Wald, als auch auf speziell angelegten Feldern oder in Hallen gespielt. RecBall ist die Art des Paintballsports die zum Spaß und zur körperlichen Ertüchtigung gespielt wird ohne einem Team anzugehören und dem Druck gewinnen zu müssen. Daher nehmen RecBall-Spieler nicht an Tunieren teil.

 

Speedball ist ein Überbegriff für Paintballspiele, die sich auf relativ kleinen, übersichtlichen und ebenen Feldern, von ungefähr 80×80 Meter abspielen. Speedball ist eine Spielart mit meistens künstlichen Deckungen. Das Spiel wird durch die kurzen Entfernungen und für beide Parteien gerecht angeordneten Deckungen sehr schnell gespielt.

 

Bei allen Arten von Speedball ist Tarnkleidung in der Regel verboten oder zumindest unerwünscht.

 

Die wichtigsten Unterarten von Speedball sind:

 

* SupAir: Beim SupAir sind die Deckungen aufblasbare geometrische Körper, also Zylinder, Kegel, Kästen etc.. SupAir gilt weltweit als „Königin des Speedballs“. Turniere finden heutzutage fast ausschließlich auf SupAir-Feldern statt. Weitere Details siehe unter SupAir.

 

* HyperBall: Die Deckungen sind hier mannsgroße Röhren. Diese in Deutschland weniger bekannte Variante ist in England recht beliebt.

 

* XBall: Eine jüngere Form des Paintballsports, für die das klassische SupAir-Format mediengerecht aufbereitet wurde. Die Mannschaften spielen im Fünf-Mann-Format rundenbasierend gegeneinander um Punkte. Immer zwei Mannschaften gegeneinander auf Zeit. Je einen Punkt gibt es für das „reißen“ und „hängen“ der Flagge. Das Spiel wird hier nach dem Hängen der Flagge nicht beendet, sondern für zwei Minuten unterbrochen, in denen die Spieler Anweisungen des Trainers bekommen, ausgewechselt werden und sich auf das nächste Spiel im Spiel vorbereiten können. Danach startet das nächste (Punkte)Spiel von vorne.

 

Das Spiel ist dadurch wesentlich schneller geworden und die Mannschaften spielen risikofreudiger da der Verlust einer Fahne nicht die Niederlage für das Spiel bedeutet.

Ebenso ist die Größe der Mannschaften gewachsen. Es treten zwar nur je fünf Mann gegeneinander an, dieses jedoch über eine längere Zeit und so gibt es meistens mehrere „lines“, die auf das Feld gehen, ähnlich wie beim Eishockey.

 

* Woodland: Das klassische Woodlandspielfeld befindet sich im Wald und enthält keine oder nur sehr wenige künstliche Deckungen. Die Bezeichnung Woodland wird auch als Überbegriff für alle Spielarten verwendet, die auf unebenem oder unübersichtlichem Terrain gespielt werden. Spielfelder dieser Art sind die ursprünglichen Spielfelder, die im Paintball Verwendung fanden. In Deutschland sind solche Felder heutzutage schwierig zu finden, da die rechtlichen Bestimmungen eine legale Eröffnung erschweren. Woodland ist nicht zu verwechseln mit illegalem Spielen im Wald. Unter den Überbegriff Woodland fallen auch:

 

* Reenactment: Diese Spielart ist im Paintball recht neu, aber in anderem Kontext und z. B. mit Schreckschuss-Waffen v. a. in den Vereinigten Staaten schon länger bekannt. Hierbei werden geschichtliche Ereignisse wie z. B. der D-Day oder andere Schlachten nachgespielt, mit dem Anspruch relativ geschichtstreu zu sein.

 

* Szenario: Diese Spielart basiert auf „szenischen“ oder Themenhintergründen, wobei die Themen von Film- und Buchvorlagen bis zu geschichtlichen Vorlagen reichen. Hier dienen die Themen allerdings nur als „Umgebung“ auf denen das Szenario aufgebaut wird.

 

 

  1. Schutzmaske

Die Bewegungsenergie von Paintballs ist ausreichend, um den Spielern gefährliche Verletzungen im Gesicht zuzufügen. Daher ist das Tragen einer Schutzmaske auf dem Spielfeld erforderlich. Das verwendete Sicherheitsglas (meistens Lexan) des Sichtfensters ist so beschaffen, dass es der Bewegungsenergie der Paintkugeln widersteht.

 

 

  1. Weitere Schutzausrüstung

Da es beim Paintball-Sport ohne entsprechende Schutzausrüstung zu empfindlichen Verletzungen kommen kann, werden neben der oben beschriebenen Schutzmaske häufig weitere Ausrüstungsteile getragen. Neoprenbinden oder einfache Schals finden Anwendung als Hals- bzw. Kehlkopfschutz.

 

Neben einem Suspensorium werden oft Knie- und Ellenbogenprotektoren getragen, die besonders bei SupAir-Spielern auf hartem Hallenboden bevorzugt eingesetzt werden, um Hechtsprünge (genannt „Superman“) über Deckungen hinweg abzudämpfen.

 

Auch Handschuhe werden von vielen Spielern getragen, da die Hände, vor allem aber die Finger sehr empfindlich sind.

 

Des Weiteren ist es – auf fast allen Spielfeldern – Pflicht, außerhalb des eigentlichen Spielfeldes ein Barrel Plug oder ein Laufkondom über den Lauf zu stülpen. Dieses Laufkondom verhindert, dass sich die Kugel, falls sich einmal ein Schuss lösen sollte, selbstständig macht und Passanten trifft. Barrel Plugs werden immer häufiger nicht mehr akzeptiert, da diese sich nach einem oder zwei Schüssen lösen können. Die Laufkondome werden daher bevorzugt.

 

 

  1. Markierer

Hier unterscheidet man zwei Klassen:

  1. Pump-action-Markierer, bei denen für jeden Schuss der Markierer repetiert werden muss.
  1. Semiautomaten, die bei jedem Abdrücken einen Schuss auslösen und automatisch den nächsten Paintball nachladen. Innerhalb der Semiautomaten-Klasse werden Markierer, die einen elektronischen Abzug besitzen, als e-Pneumaten bezeichnet. Diese Bezeichnung ist manchmal irreführend, weil traditionellerweise nur Markierer als ePneumaten bezeichnet werden, bei denen der gesamte Schussablauf elektronisch gesteuert wird. Günstigere Markierer, bei denen der mechanische Abzug durch eine elektromagnetische Vorrichtung ersetzt wurde, werden oft ebenfalls als ePneumaten bezeichnet.

 

Die Schussrate der Markierer kann theoretisch bis zu ca. 30-35 Bälle pro Sekunde betragen, wird aber durch technische Vorrichtungen beschränkt. Der hauptsächlich begrenzende Faktor bei der Schussrate besteht darin, dass nicht schnell genug Paintballs in den Schusskanal eingeführt werden können.

 

Das Markieren erfolgt mittels einer Farbkugel („Paintball“) mit dem Kaliber .68 (d. h. Durchmesser 17,3 mm). Er besteht aus einer Gelatinehülle, die mit Lebensmittelfarbe gefüllt ist. Trifft der Ball auf ein Hindernis, so platzt er meistens auf und hinterlässt einen farbigen Fleck. Turnierregeln sehen vor, dass die Wucht mit der die Farbmunition verschossen wird, begrenzt ist. In der Praxis wird die Mündungsgeschwindigkeit in Fuß pro Sekunde gemessen und kontrolliert (feet per second = fps; 3,281 fps = 1 m/s).

 

International üblich sind 300 fps (rund 90 m/s).

 

 

  1. Hopper

Als „Hopper“ wird der Munitionsbehälter bezeichnet, der sich meistens oberhalb des Markierers befindet.

Es existieren:

* Schüttelhopper, die die Kugelzufuhr rein durch die Erdanziehungskraft gewährleisten bzw. durch Schütteln die Paintballs zum Nachrollen bringen.

* elektronische Hopper, die durch einen internen, elektrisch angetriebenen Quirl die Paintballs in Bewegung halten und ein Verstopfen verhindern.

* Eine Sonderversion der Hopper sind die so genannten „Forcefeeder“, bei denen die Munitionszufuhr nicht über die Schwerkraft erfolgt, sondern die Paintballs mit Kraft („Force“) in den Markierer gedrückt werden, um so sehr hohe Schusskadenzen zu erreichen. So werden 22 und mehr Balls pro Second (bps) möglich. Diese Variante ist meistens elektrisch, es gibt aber auch mechanische Varianten, bei denen eine Feder (wie bei einer Uhr) aufgezogen werden muss (Q-Loader).

 

 

  1. Spielvarianten

* Capture the Flag (CTF) wird normalerweise 7 gegen 7 gespielt (häufigste Spielvariante), je nach Turnier und Feldgröße kann die Spieleranzahl allerdings von 2 gegen 2 bis 10 gegen 10 variieren. Gespielt werden kann sowohl auf einem SupAir-Feld oder in einem Woodland-Feld. Jede Gruppe startet von ihrem „Lager“. Dort ist auch die eigene Fahne gut sichtbar angebracht. Ziel ist es nun, die gegnerische Flagge zu erobern, und sie ins eigene Lager zu bringen. CTF ist die meistverbreitete Spielvariante und gängig auf nationalen und internationalen Turnieren. Die Spielvariante Center Flag wird dagegen meistens beim schnelleren XBall verwendet. Alle anderen Spielvarianten spielen im Turniersport eine untergeordnete Rolle und werden meistens von Hobbyspielern praktiziert.

* Center Flag wird wie „Capture the Flag“, aber mit nur einer Flagge in der Mitte des Spielfeldes, gespielt. Als Variante „Buzzer Game“ mit einem Knopf, dem so genannten „Buzzer“, den man drückt oder als „Kick the Bucket“, wo ein Hütchen umgeworfen wird. Diverse andere Spielvarianten existieren, finden im Turnier jedoch keine Verwendung.

* bei Elimination treten in der Regel zwei Mannschaften à fünf Spieler gegeneinander an. Es wird so lange gespielt, bis der Letzte einer Mannschaft markiert ist und somit ein oder mehrere Spieler der gegnerischen Mannschaft übrig sind. Diese Variante wird häufig von Amateuren gespielt, da die taktische Komponente hierbei nicht besonders groß ist und gerade für Spieler, die zum ersten Mal mit Paintball in Berührung kommen, leicht zu verstehen und vor allem leicht zu spielen ist.

 

 

  1. Begrifflichkeit und Entwicklung zum Sport

Die Bezeichnung „Gotcha“ wird ausschließlich in Deutschland für das 1981 in den Vereinigten Staaten entstandene Spiel verwendet. International und auch vom Ursprung her fallen sämtliche Formen des Spiels unter den Begriff „Paintball“.

 

Während Turniere schon kurz nach der Entstehung von Paintball abgehalten wurden, gab es erst 1992-93 einen Quantensprung in Richtung Paintball als Sport mit der Gründung der NPPL. Mit den ersten Fernsehübertragungen von Paintballturnieren durch ESPN 1993 und den ersten Paintball-Weltmeisterschaften 1996 etablierte sich der Sport und war nun einem breiteren Publikum zugänglich.

 

Heutzutage teilen sich die Paintballspieler landläufig in „Fun-Spieler“ und „Turnier-Spieler“. Während Turnier-Spieler ausschließlich auf SupAir-Felder anzutreffen sind, ist die Fun-Spieler-Gemeinde oft auf Waldspielfeldern zu finden.

 

Oft wird, in der Öffentlichkeit und auch in der deutschen Paintballgemeinde, Woodlandpaintball als „Gotcha“ bezeichnet. Da in Deutschland eine starke Angst vorherrscht, dass Paintball verboten werden könnte und Tarnkleidung tragende Woodlandspieler einen martialischeren Eindruck erwecken können, führt diese Unterteilung und „Herabwürdigung“ eines Teils der Paintballgemeinde zu häufigen Spannungen zwischen den Gruppen.

 

International wird hauptsächlich zwischen „Rec-Player“, „Scenario-Player“ und „Tournament-Player“ unterschieden.

 

 

  1. Rechtliche Situation (Österreich)

Der Paintballsport darf in Österreich ab dem 14. Lebensjahr in Begleitung der Eltern, ab dem 16. Lebensjahr mit schriftlicher Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten ausgeübt werden. Die Altersbeschränkung variiert allerdings von Bundesland zu Bundesland, da der Jugendschutz Landessache ist, so ist in Wien Paintball erst ab 18 Jahren erlaubt. Das Paintballspiel ist grundsätzlich nur auf eigens dafür genehmigten Spielfeldern gestattet.

 

 

  1. Spieler

Paintball/Gotcha versteht sich als Teamsport. Gefordert sind vor allem Teamwork und taktisches Geschick. Mit dem Wachsen des Sports und des Spielablaufes sind immer mehr Athletik und körperliche Fitness gefordert. Von einigen amerikanischen und englischen Firmen wird es zur Mitarbeiterschulung eingesetzt.

 

 

  1. Kritik

Gerade das Woodlandspiel mit Tarnkleidung wird in Deutschland skeptisch aufgenommen und oftmals mit Wehrsport und Kriegsverherrlichung in Verbindung gebracht. Anhänger der Spielart weisen diese Analogie von sich.

 

Im Jahr 2000 wurde von Dipl.-Päd. Linda Steinmetz eine „Gutachterliche Stellungnahme zur Gewaltaffinität der Mitglieder der (deutschen) Paintball-/Gotcha-Szene“ erstellt, woraus hervor geht, dass „Paintballer […] in ihren Alltagszusammenhängen keineswegs aggressiv [sind]. Dieses betrifft ebenso den Kneipenbesuch oder Einkäufe wie das Verhalten nach Verlassen des Spielfeldes bei einem Turnier. Die Fähigkeit des Thrillerlebens scheint nicht inflationär geworden zu sein. Die Gruppen-/Szenemitglieder sehen keine Abnutzung oder Gewöhnung im ‚Reizkonsum‘, die stärkere oder gar ‚realere‘ Erlebnisse abverlange.“